Mittwoch, 28. August 2019

Trizonia my Love

Nach zwei Tagen verlassen wir die ruhige Bucht von Messolongi mit Ziel Rionbrücke von Patras und weiter zur Insel Trizonia im Golf von Patras. Es werden schwache Winde vorausgesagt und so stellen wir uns auf länger Phasen unter Motor ein. 

Aber es soll anders kommen. Kaum daß wir die Tonnenreihe, welche die Einfahrt nach Messolongi begrenzt und Schiffe durch das Flachwasser lotst verlassen haben, bläst uns ein frischer Wind aus Osten entgegen genau auf die Nase. Wir setzten Segel und binden gleich ein Reff ins Groß da es weiter aufdreht. 

Eigentlich sind es ca. 36 Meilen auf direktem Weg nach Trizonia, jetzt auf der Kreuz wird es sicher deutlich mehr werden. Egal wir haben Zeit.

5 Meilen vor der Brücke (zwischenzeitlich hat es 30-35 Kn Wind und 2 Kn 
Gegenstrom) melden wir uns vorschriftsmäßig auf Kanal 14 bei “ Rion Traffic Control“ 
an um eine Durchfahrtserlaubnis zu erhalten.




Das ist hier wichtig, denn die Rionbrücke die das Festland mit dem Peloponnes verbindet ist ein wichtiges Nadelöhr für die Handelsschifffahrt zum Kanal von Korinth. Wir geben unsere Daten wie Schiffslänge und Masthöhe durch und bekommen Erlaubnis für die Nordpassage. 1 Meile vor der Brücke werfen wir die Maschine an (Kreuzen ist unter der Brücke nicht erlaubt) und rufen nochmals Rion Traffic. Wir erhalten die finale Durchfahrtserlaubnis und der sehr freundlich Lotse am Funk wünscht uns eine gute Reise.

Nach der Brücke kippt der Gegenstrom, der Wind wird etwas schwächer, wir Reffen aus und kreuzen auf Trizonia zu. 

Dort angekommen haben wir heute 52 Meilen auf der Logge und bekommen in der alten Marina sogar an der Innenseite der Mole einen sehr guten Platz längsseits.

Hier auf Trizonia sind wir nun seit 2011,2014 und 2018 schon das vierte Mal und 
immer im August, sodass der Skipper nun auch zum vierten Mal hier seinen 
Geburtstag feiern kann. 



Es gibt was feines zum Essen und der Skipper ist Happy.






Ein schöner Abend nur zu zweit.

Trizonia:

Eine kleine Insel etwa 15 Meilen östlich von Patras. Nur eine Seemeile weg vom Festland. Hier leben normalerweise nur noch wenige Einwohner. Im Sommer aber gibt es viele griechische Urlauber und ein paar Yachties die sich abends die vier Tavernen, zwei Bars und einige Cafés teilen. Es ist ruhig hier und das Leben geht im griechischen Gang.

Als Segler liegt man entweder in der Bucht vor Anker oder wie wir längsseits an den Molen der alten halbfertigen Marina. Nachdem die Insel in den letzten dreißig Jahren unter den  Seglern  bekannt war als Aussteigerinsel, hat sich seit dem letzten Jahr doch einiges getan. 

Es wurde aufgeräumt. Alte verlassene Schiffe wurden z.T. entfernt, Wasserleitungen 
wurden gelegt und an einigen Stellen gibt es jetzt sogar Strom. Panos der Marinero 
kassiert dafür jetzt einen kleinen Obolus was für uns vollkommen in Ordnung ist. 
Hier gefällt es uns einfach und so bleiben wir einige Tage.

Es gibt hier noch eine Besonderheit. Vor einigen Jahren gab es hier zwei Paare von exotischen Gänsen. Seit letztem Jahr ist allerdings nur noch ein übrig.

Ein Vogelfreund hat sich schon letzte Jahr erbarmt und einen Spiegel in Kopfhöhe der Gans an einem Baum befestigt. So meint das Tier anscheinend einen Artgenossen gegenüber zu haben und unterhält sich wie schon letzte Jahr lebhaft mit seinem Spiegelbild.

Am Sonntag kommen Gabi und Toni mit ihrer „Christine“ am frühen Abend an und so wird es wieder ein langer Abend im „Porto Trizonia“.

Eigentlich war ja unser Plan, über Trizonia weiter zum Golf von Korinth, durch den Kanal, Richtung Athen. Dann südlich ums Kap Sounion und dann an Euböa vorbei nach Norden in den Golf von Volos und zu den nördlichen Sporaden.

Aber wir haben die Rechnung ohne Äolus den Gott der Winde gemacht. Seit Wochen bläst in der Ägäis der Meltemi ein stürmischer Wind aus NE. Der  mit seinen Ausläufern noch auf Kap Sounion und die Meerenge von Euböa trifft.

Das hieße für uns, alles gegenan und permanent den Wind auf der Nase. Wir sind einfach zu spät dran. Diese Route sollte man zwischen Mai und Juni machen wenn der Meltemi noch nicht so stark ist.


Also planen wir um und lassen uns nach schönen und ruhigen Tagen auf Trizonia mit dem NE im Rücken wieder nach Westen ziehen. 25-35 Knoten Wind von achtern bescheren uns eine schnelle Reise und nur unter Genua haben wir die 36 Meilen in wenig mehr als 5 Stunden abgesegelt und liegen wieder in der Bucht von Messolongi. 


Gabi und Toni laden uns zum Sundowner zu einer feinen Pfirsichbowle ein und anschließend tuckern wir mit Tonis schnellem Dingi hinüber zum „Sunset“ in die Marina. 


Wir treffen wieder Eva und Hakon  die auf ihrer „Sally“ leben und um die Welt reisen. Wir haben uns schon auf Trizonia mit den beiden netten Schweden in unserem Alter unterhalten und so wird es ein schöner Abend den wir zumeist in Englisch aber auch in Wienerisch, Schwäbisch und Schwedisch gestalten.




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