Mittwoch, 25. September 2019

Tage wie Tau

Spätsommer in Griechenland. 

Die Tage vergehen jetzt so schnell wie der Morgentau auf unserem Teakdeck. Für uns neigt sich die Segelsaison dem Ende zu.

Jetzt Ende September wird auch hier die Luft  etwas feuchter, die Sonne steht nicht mehr so hoch und erzeugt eine leicht herbstliche Stimmung.


Eigentlich die schönste Zeit. Das Meer hat noch angenehme 28°C und tagsüber steigt das Thermometer noch locker auf über 30°. Dafür sind die Nächte kühler und es lässt sich wieder besser schlafen als in der Hitze des Hochsommers.


Deutlich weniger Schiffe sind unterwegs und die schönen Ankerplätze sind nicht mehr so voll. Es herrscht fast überall eine ruhige Stimmung.

Wir sind weitergesegelt nach Ephimia auf Kefalonia wo es uns in dem kleinen Hafen immer wieder gut gefällt. Mal wieder Wäsche waschen etwas einkaufen und gut essen im To Perasmo bei Angelo und Babis. Auch Angelo‘s Sohn Gerasimo versorgt uns sehr freundlich mit allerlei Leckereien. 

Nach ein paar Tagen im Hafen wollen wir aber wieder in eine schöne Ankerbucht und setzen Kurs ab auf Meganisi. Wir bewegen uns jetzt eh so langsam nach Norden wollen wir doch am 25.September wieder in Preveza sein. Nach ruhigen Tagen und Nächten peilen wir Sportochorio an. Bei Babis in der „Taverne Sportochorion“ waren wir dieses Jahr noch nicht und wir wollen unbedingt bei diesem Original vorbei schauen. Babis begrüßt uns wieder mit einem sonoren „Welcome my Friends“ und gibt uns einen guten Platz an seiner Privatpier. Wasser und Strom gibt es inclusive umsonst. Dafür erwartet er von uns, daß wir Abends zum Essen in seine Taverne kommen. Für uns kein Problem, würden wir sowieso tun.

Man trifft hier jedes Jahr immer wieder die selben Crews die mit ihren Schiffen oft wochenlang hier liegen und tagaus tagein zu Babis zum Essen gehen.

Über den Winter ist hier ein junger Fuchs der wohl seine Mutter verloren hat aufgetaucht und wurde aufgepäppelt. 

Jetzt ist er so zahm, daß er Abends immer ins Restaurant kommt und sich füttern läßt.

Das erste Gewitter seit Mai kündigt der Wetterbericht an uns so bleiben wir bei Babis an der Pier bis es durchgezogen ist. Es gibt nur wenig Regen und die Blitze sind in weiter Ferne.

Wir nutzen die Zeit und fahren mit der Inselfähre die halbstündige Strecke nach Nidri. Dort gibt es die beste Versorgung in der Nähe. Wir kaufen noch ein paar Dinge ein die uns ausgegangen sind, genießen am Hafen gleich beim Denkmal von Aristoteles 

                                        
Onassis ( der gleich gegenüber seine Privatinsel Skorpios hatte) noch ein Bier und nehmen dann die Fähre zurück nach Sportochorio.

Aus der Perspektive der hohen Fähre haben wir die Inseln noch nicht gesehen. Vorbei geht es an Skorpios (seit einigen Jahren an einen russischen Oligarchen verpachtet) zurück zur Anlegestelle wo nicht weit davon unsere Saphira liegt.

Zum Sundowner gehts hoch in den pittoresken Ort Sportochorio wo es eine schöne Bar gibt mit sensationellem Ausblick. Der steile Aufstieg wir mit einem 
„Spitz Aperol“ belohnt.

Wir wollen auch noch Ak.Vargo anlaufen eine sehr schöne aber offene Bucht bei der die Windrichtung schon passen muß. Alles ist gut für uns und bei der Suche nach einem guten Ankergrund sehen wir die „Supermaramu Christine 1“ von unseren Segelfreunden Gabi und Toni aus Wien in der Bucht liegen. 

Auch für die beiden netten Wiener geht die Saison langsam zu Ende und sie haben schon mit den Winterarbeiten begonnen. Wir sitzen abends noch lange zusammen gibt es doch genug Gesprächsthemen.

Es wird eine ruhige Nacht unter endlosem Sternenhimmel. Ein ruhiger fast windstiller  Sonntagmorgen begrüßt uns. Hier bleiben wir noch einen Tag.

Montags bringt der Wetterbericht kräftige Gewitter mit Regen für ein bis zwei Tage. 
Da bleiben wir lieber nicht in der Bucht. Nicht wegen dem Regen oder Wind, wir 
haben großes Vertrauen in unser Ankergeschirr. Aber bei Gewitter mit Blitzeinschlägen ist nichts kalkulierbar und wir haben wieder mal den höchsten Mast in der Bucht. Also Anker auf am Montag und Kurs Lefkas. An der Stadtmole sehen wir für uns keinen geeigneten Platz und deshalb gehts gleich zur Brücke die nächstens öffnet mit Kurs Preveza. 




Wir legen uns in die neue Stadtmarina, liegen sicher an zwei Murings haben Wasser und Strom und harren der Dinge die kommen. 

Die Gewitterfront ist durchgezogen mit kräftigem Regen aber ohne Blitze und weit geringer in der Stärke als erwartet.

Wir beginnen mit den Einwinterungsarbeiten. Watermaker spülen und konservieren. AC spülen, verschieden Ölwechsel und Kontrolle aller Schrauben im Motorenraum. Ganz schön viel Arbeit.

Die Segel müssen vom Salz befreit werden und trocknen in der Herbstsonne.

Am Samstag wird Saphira an Land gekrant und wir erledigen noch die Restarbeiten 
bevor uns am 1.10.19 der  Flieger wieder nach Hause bringt. 





Damit ist eine schöne Segelsaison mit beständigem Sommerwetter, angenehmen Winden und ruhigen Nächten zu Ende und unser Blog macht Pause bis zum nächsten Jahr.


Bis dahin


Fair Winds Elke & Joe Sy Saphira 

Mittwoch, 11. September 2019

Petri Heil

Wir fahren noch zwei Tage in die Marina von Messolongi um die Batterien mal wieder vollständig zu laden, Wäsche zu waschen und einige Lebensmittel einzukaufen. Zwar ist der Weg in die Stadt relativ weit aber wir sitzen ja eh viel auf dem Schiff und so kommt uns ein längerer Spaziergang mit unseren Rucksäcken gerade recht. Als wir bei einem Friseur vorbeikommen und der gerade Zeit hat gibt es für den Käpten gleich noch einen neuen Haarschnitt.

Wir ziehen weiter langsam nach Norden und verweilen immer wieder in abgelegenen Buchten wo wenig oder keine Schiffe liegen. An den Hotspots im ionischen Meer ist um diese Zeit noch erstaunlich viel los. Flottillen und Charterer ,jetzt auch wieder vermehrt Deutsche und Österreicher, bevölkern die bekannten Buchten. Viele nutzen wohl die Nachsaison um nochmals ins Warme zu gehen. 


Die Vercharterer geben den Seglern meist Routenemfehlungen für ein oder zwei Wochen mit und diese beinhalten dann meistens die bekannten Orte hier auf den Inseln die man immer auch auf den Postkarten findet. Entsprechend voll ist es dann dort und wir versuchen etwas antizyklisch unterwegs zu sein um dem Tumult etwas zu entgehen.


Deshalb segeln wir u.a. auch wieder nach Astakos ans Festland wo von einem am Kai stehenden Helfer unsere Leinen abgenommen werden.

Wir staunen nicht schlecht daß sich unser Helfer als unseren alten Bekannten Paul entpuppt. 

Mit Paul zusammen haben wir vor über 30 Jahren unseren ersten Segelschein im Neckarhafen von Plochingen gemacht und später noch einige Male am Forggensee  bei Füßen im Allgäu zusammen die Gleitjolle „Feuerball“ und unseren Spitfire- Topcat „ Champus“ gesegelt. Dann haben wir uns aus den Augen verloren und erst kürzlich wieder am Flughafen von Preveza getroffen. Paul lebt inzwischen mit seiner Frau in Griechenland.

Auch Elias und Yannis vom „ Maestro“ begrüßen uns wieder freudestrahlend. An der Mole von Astakos liegen nur wenige Eigner. Das Festland ist für die Charterer anscheinend nicht attraktiv genug. Für uns schon. Wasser und Strom gibt es an der Mole und jegliche Versorgung auf dem Markt oder in den zahlreichen Supermärkten. Ansonsten gibt es fast nur einheimischen Tourismus und entsprechend angenehm griechisch ist auch das Flair.

Nachmittags begegnet uns auf der Promenade „Jordan“ den wir auch seit fast zehn Jahren kennen. Er war früher mal Ober im „Maestros“, spricht sehr gut Englisch und ist ein blendender Unterhalter. Jordan erkennt uns sofort und wir laden ihn auf ein Bier ein. 

Er erzählt uns, daß er seit einigen Jahren in der Rente ist und so die Freiheit genießt 
die man in diesem Alter hat. Morgen will er zum Fischen gehen erzählt er uns und falls

 er etwas fängt bringt er uns ein paar Fische vorbei.

Tatsächlich kommt er am nächsten Morgen zu uns ans Schiff und bringt uns sechs kleine „Red Snapper“ vorbei. 

Natürlich verweigert er jegliche Bezahlung, dafür laden wir ihn Abends auf ein Bier ein.

Jordan erzählt uns viel von seinen Reisen und seinen ehemaligen Arbeitsstellen die er schon auf den Inseln hatte. Auch erklärt er uns etwas die Feinheiten der griechischen Sprache ( die für uns ja nicht so einfach ist) und philosophiert über den Vornamen „ Joachim“ der auf griechischen wohl am besten in „ Makis“ übersetzt wird. Ab sofort heißt der Skipper für Ihn nun Makis!! 

Jordan möchte auch unsere Schleppangel sehen und verspricht uns diese am nächsten Tag zu optimieren.

Tags darauf kommt Jordan mit einer Tüte angeschlendert und ruft der Kapitana zu.
Is Makis still sleeping ? 

Nein der schläft nicht. Skipper Makis arbeitet nur gerade im Vorschiff an der Technik.

Jordan präpariert unsere Schleppangel mit einem neuen „ Woppler“ und schenkt uns noch eine von seinen dazu. Wir sollen es einfach nochmals versuchen und wenn wir wiederkommen ihm berichten ob wir etwas gefangen haben.
Nach drei Tagen in Astakos treibt es uns aber wieder zu einer der Inseln. Wir wollen 
nochmals Vathy auf Ithaka anlaufen und dort etwas bleiben.

Natürlich ziehen wir unsere neue Schleppangel hinterher und segeln gemütlich mit 4-5 Knoten Fahrt Richtung Ithaka. 

Auf Höhe der Insel Atokos spannt sich plötzlich unsere Leine und wir haben einen kleinen Schwertfisch an der Angel, dem kurz danach mit einem Schuss 70% Alkohol in den Kiemen, im Vollrausch die Lichter ausgehen.

Normalerweise werden Schwertfische auch im Mittelmeer bis zu 180kg schwer oder noch größer, unserer hatte leider nur knapp über einem Kilo und normalerweise gehört so ein Tier dann wieder zurück ins Wasser. Unserer hatte sich aber so fest in unseren Köder verbissen, daß er verletzt gewesen wäre.

In Vathy angekommen fragen wir gleich Sebastian dem jungen Wirt vom „ Tsiribis „ ob er uns den Fisch zum Abend zubereiten könnte. Natürlich! ist die Antwort und so gibt es zum Abendessen „Babyschwertfisch“ vom Grill.

Jordan würde sich riesig über den Angelerfolg von „Makis“ freuen. Wir werden ihm berichten sobald wir uns wieder sehen.


Wir bleiben noch ein paar Tage in der schönen Bucht von Vathy 

bevor es uns weiterzieht Richtung Kefalonia in die Bucht Antisamos wo man vor spektakulärer Landschaftskulisse schön vor Anker liegt.

Mittwoch, 28. August 2019

Trizonia my Love

Nach zwei Tagen verlassen wir die ruhige Bucht von Messolongi mit Ziel Rionbrücke von Patras und weiter zur Insel Trizonia im Golf von Patras. Es werden schwache Winde vorausgesagt und so stellen wir uns auf länger Phasen unter Motor ein. 

Aber es soll anders kommen. Kaum daß wir die Tonnenreihe, welche die Einfahrt nach Messolongi begrenzt und Schiffe durch das Flachwasser lotst verlassen haben, bläst uns ein frischer Wind aus Osten entgegen genau auf die Nase. Wir setzten Segel und binden gleich ein Reff ins Groß da es weiter aufdreht. 

Eigentlich sind es ca. 36 Meilen auf direktem Weg nach Trizonia, jetzt auf der Kreuz wird es sicher deutlich mehr werden. Egal wir haben Zeit.

5 Meilen vor der Brücke (zwischenzeitlich hat es 30-35 Kn Wind und 2 Kn 
Gegenstrom) melden wir uns vorschriftsmäßig auf Kanal 14 bei “ Rion Traffic Control“ 
an um eine Durchfahrtserlaubnis zu erhalten.




Das ist hier wichtig, denn die Rionbrücke die das Festland mit dem Peloponnes verbindet ist ein wichtiges Nadelöhr für die Handelsschifffahrt zum Kanal von Korinth. Wir geben unsere Daten wie Schiffslänge und Masthöhe durch und bekommen Erlaubnis für die Nordpassage. 1 Meile vor der Brücke werfen wir die Maschine an (Kreuzen ist unter der Brücke nicht erlaubt) und rufen nochmals Rion Traffic. Wir erhalten die finale Durchfahrtserlaubnis und der sehr freundlich Lotse am Funk wünscht uns eine gute Reise.

Nach der Brücke kippt der Gegenstrom, der Wind wird etwas schwächer, wir Reffen aus und kreuzen auf Trizonia zu. 

Dort angekommen haben wir heute 52 Meilen auf der Logge und bekommen in der alten Marina sogar an der Innenseite der Mole einen sehr guten Platz längsseits.

Hier auf Trizonia sind wir nun seit 2011,2014 und 2018 schon das vierte Mal und 
immer im August, sodass der Skipper nun auch zum vierten Mal hier seinen 
Geburtstag feiern kann. 



Es gibt was feines zum Essen und der Skipper ist Happy.






Ein schöner Abend nur zu zweit.

Trizonia:

Eine kleine Insel etwa 15 Meilen östlich von Patras. Nur eine Seemeile weg vom Festland. Hier leben normalerweise nur noch wenige Einwohner. Im Sommer aber gibt es viele griechische Urlauber und ein paar Yachties die sich abends die vier Tavernen, zwei Bars und einige Cafés teilen. Es ist ruhig hier und das Leben geht im griechischen Gang.

Als Segler liegt man entweder in der Bucht vor Anker oder wie wir längsseits an den Molen der alten halbfertigen Marina. Nachdem die Insel in den letzten dreißig Jahren unter den  Seglern  bekannt war als Aussteigerinsel, hat sich seit dem letzten Jahr doch einiges getan. 

Es wurde aufgeräumt. Alte verlassene Schiffe wurden z.T. entfernt, Wasserleitungen 
wurden gelegt und an einigen Stellen gibt es jetzt sogar Strom. Panos der Marinero 
kassiert dafür jetzt einen kleinen Obolus was für uns vollkommen in Ordnung ist. 
Hier gefällt es uns einfach und so bleiben wir einige Tage.

Es gibt hier noch eine Besonderheit. Vor einigen Jahren gab es hier zwei Paare von exotischen Gänsen. Seit letztem Jahr ist allerdings nur noch ein übrig.

Ein Vogelfreund hat sich schon letzte Jahr erbarmt und einen Spiegel in Kopfhöhe der Gans an einem Baum befestigt. So meint das Tier anscheinend einen Artgenossen gegenüber zu haben und unterhält sich wie schon letzte Jahr lebhaft mit seinem Spiegelbild.

Am Sonntag kommen Gabi und Toni mit ihrer „Christine“ am frühen Abend an und so wird es wieder ein langer Abend im „Porto Trizonia“.

Eigentlich war ja unser Plan, über Trizonia weiter zum Golf von Korinth, durch den Kanal, Richtung Athen. Dann südlich ums Kap Sounion und dann an Euböa vorbei nach Norden in den Golf von Volos und zu den nördlichen Sporaden.

Aber wir haben die Rechnung ohne Äolus den Gott der Winde gemacht. Seit Wochen bläst in der Ägäis der Meltemi ein stürmischer Wind aus NE. Der  mit seinen Ausläufern noch auf Kap Sounion und die Meerenge von Euböa trifft.

Das hieße für uns, alles gegenan und permanent den Wind auf der Nase. Wir sind einfach zu spät dran. Diese Route sollte man zwischen Mai und Juni machen wenn der Meltemi noch nicht so stark ist.


Also planen wir um und lassen uns nach schönen und ruhigen Tagen auf Trizonia mit dem NE im Rücken wieder nach Westen ziehen. 25-35 Knoten Wind von achtern bescheren uns eine schnelle Reise und nur unter Genua haben wir die 36 Meilen in wenig mehr als 5 Stunden abgesegelt und liegen wieder in der Bucht von Messolongi. 


Gabi und Toni laden uns zum Sundowner zu einer feinen Pfirsichbowle ein und anschließend tuckern wir mit Tonis schnellem Dingi hinüber zum „Sunset“ in die Marina. 


Wir treffen wieder Eva und Hakon  die auf ihrer „Sally“ leben und um die Welt reisen. Wir haben uns schon auf Trizonia mit den beiden netten Schweden in unserem Alter unterhalten und so wird es ein schöner Abend den wir zumeist in Englisch aber auch in Wienerisch, Schwäbisch und Schwedisch gestalten.




Mittwoch, 21. August 2019

Sommer, Sonne, Griechenland


5 Wochen waren wir Zuhause. Haben Geburtstage gefeiert, das „ Probst“ Weinfest im Kaiserstuhl besucht und sonstige Dinge erledigt, die schwer von unterwegs zu organisieren sind.

Jetzt sind wir bereits seit einer Woche wieder zurück in Griechenland. Unsere „Saphira“ hat brav an Land stehend auf uns gewartet.


Unser Flieger ist in Stuttgart etwas verspätet bei kühlen 18°C abgeflogen. In Preveza angekommen haben wir um 21:30 immer noch 33°C immerhin etwas kühler als die 37°C am Nachmittag. In der dicht verschlossenen Saphira erwarten uns dann aber Temperaturen jenseits der 40°C und so wird unsere erste Nacht nur mit Ventilator in der Kabine erträglich. ( unsere Klimaanlage funktioniert leider nur im Wasser zwecks Kühlung).



Pünktlich um 12 Uhr am nächsten Tag sind wir im Wasser und Saphira schwimmt wieder. Alle Systeme sind O.k. Und wir fahren als erstes quer über die Bucht an den Stadtkai von Preveza um uns zu verproviantieren. Allerdings ist der 15. August in Griechenland ein wichtiger Feiertag, alle Läden sind geschlossen und alles was gehen kann ist auf den Beinen.

Um Mitternacht geht es auf der Promenade zu wie bei uns auf der Königstraße Samstagnachmittags.




Nach zwei Tagen legen wir ab und segeln nach Süden. Zuerst in eine schöne Bucht mit klarem Wasser das jetzt im August um die 29°C hat. Wir schwimmen ausgiebig,
 zum Abendessen gibt es frischen Fisch. 




Wir bleiben eine Nacht. 



Dann gehts weiter mit einen schönen Halbwindkurs Richtung Ithaka. Leider schläft der Wind ein und die letzten 7 Meilen muß der Motor ran. Wir nutzen die Gelegenheit unseren Watermaker wieder in Betrieb zu nehmen und so gibt es auf den letzten Meilen bis Vathy gleich noch einige Liter frisches Süßwasser.

Bei Dimitris und Sebastian, die in der NE-Ecke der Vathybucht ein kleines Restaurant betreiben legen wir uns für zwei Tage an die Mole und genießen die Umgebung.



Wir wollen aber weiter, hinein in den Golf von Patras zur Insel Trizonia und weiter zum Kanal von Korinth. 

Als Zwischenstopp planen wir die Lagune von Messolongi ein. Dort liegt man gut und sicher vor Anker oder geht in die dortige Marina die nach langer Schließung seit letztem Jahr wieder geöffnet hat und so langsam treffen auch wieder mehr Eigner ein die ihre Schiffe dort über den Winter liegen lassen.
Unser Anker fällt auf 8 Meter Tiefe in den Schlick und wir geben ordentlich Kette. Platz haben wir mehr als genug. Leider war das eine Motorfahrt heute. Der angekündigte Wind am Nachmittag aus NW blieb leider aus. Dafür ist unser Süßwassertank wieder gestrichen voll Dank unseres Watermakers.

Wir lassen unser Beiboot zu Wasser und fahren ins „Sunset Café“ wo man sehr schön bei einem Sundowner mit Blick auf die Bucht und unser  Schiff sitzt.


Mimmis der Besitzer erkennt uns vom vorigen Jahr sofort und begrüßt uns freudig. Als er dann noch mit frisch gefangenen Doraden (nicht aus der Zucht) an den Tisch kommt ist auch das Dinner beschlossene Sache. Dorade vom Grill mit etwas Salat das ist Mittelmeerdiät pur. Wenn der Liter Weißwein nicht wäre!



Abends setzt ein kräftiger Wind aus Osten ein. Der Landwind bringt die Hitze des Tages zurück und bei einem Absacker an Bord haben wir um 24 Uhr immerhin noch 30°C. 


Wir bleiben noch einen Tag und wollen dann weiter Richtung Patras. 

Samstag, 6. Juli 2019

Segelpause

Samstag 06.Juli 2019.  Wir sind wieder zurück in Preveza.

Nachdem wir uns von unseren  Atlantikseglern  wieder verabschiedet haben sind wir nochmals auf Kurs Süd gegangen. 

Zwischen den ionischen Inseln gibt es unendlich viele Ankerplätze. Mal mehr mal weniger ruhig. Dort haben wir die letzten 1 ½ Wochen verbracht. Haben unsere Lieblingsplätze aufgesucht, viel gelesen und geschwommen. 

Das Wetter ist beständig mit tagsüber mehr als 30°C eher Richtung 35°C. Das meist sehr saubere Meer ist inzwischen auch schon um die 29°C warm.

Gegen Mitte der Woche haben wir uns noch mit Hanne und Toni von der „Lavica“ getroffen. Wir kennen die beiden Schwaben auch schon ein paar Jahre. Nun ist es aber an der Zeit, daß Toni aus Altersgründen sein Schiff verkaufen möchte und nach vielen Jahren Segeln noch etwas anderes machen möchte. Wir wünschen den Beiden viel Glück beim Verkauf und treffen uns dann eben mal an Land.

Für uns sind die ersten 7 Wochen auch fast vorbei und nächste Woche legen wir eine Segelpause ein. Saphira bleibt in Griechenland und wir fliegen für einige Wochen nach Hause. 

Es gibt Termine zuhause die uns wichtig sind und im Moment fällt auch das italienische Seglervolk über die Inseln her und es wird teilweise mühsam. So sehr wir die Italiener und ihr gutes Essen schätzen, auf dem Wasser sind sie doch zwecks mangelnder Seemannschaft etwas anstrengend.

Wir verbringen noch ein paar Tage bei und in unseren netten Tavernen in Preveza, machen klar Schiff und gehen dann auf den Flieger, der uns direkt nach Stuttgart bringt.




Mitte August kommen wir wieder und dann schauen wir wohin es uns dann treibt.


Bis dahin gibt es keine neuen Updates unserer Reiseberichte.

Sonntag, 23. Juni 2019

Einmal Karibik und zurück

Nein nicht wir!  

Aber unsere Segelfreunde Marlene und Robert mit ihrer „Romoco“, die wir ein Jahr nach der Verabschiedung in Griechenland wieder an selber Stelle empfangen. Aber davon später.

Von Ephimia aus sind wir in schönen Kreuzschlägen zwischen Ithaka und Kefalonia an die Nordspitze von Kefalonia nach Fiskardo gesegelt. Dort waren wir schon einige Jahre nicht mehr. Fiskardo ist auch so ein Hotspot im ionischen Meer und deshalb immer sehr voll oder sogar überlaufen. Alle Flottillien und Charterer wollen dorthin, ebenso die Schönen und Reichen mit ihren Superyachten. So sieht man dort immer wieder die bekanntesten Segel- und Motoryachten des Mittelmeeres mit ihren illustren Eignern, meist Milliardäre von internationalem Rang. 



Also auch wir mal wieder mittendrin im Pulk der bunt gemischten Yachten. Wir kennen uns aus und finden einen guten und ruhigen Ankerplatz mit zwei langen Landleinen und schauen dem Hafenkino und dem Treiben an Land zu.


Nach zwei Tagen reicht es dann aber wieder und wir segeln in eine einsame Bucht mit klarem Wasser, ohne Netzempfang, also auch ohne Internet. Auch mal wieder schön. 


Nun wollen wir mal wieder nach Astakos ans Festland wo wir die nette Taverne von Elisas und Yannis kennen die uns letztes Jahr so gut verpflegt haben. 

Wir legen an und Skipper Joe wird ob seines Vollbartes von Elias gar nicht gleich erkannt. Aber als er Kapitana Elke sieht ist er vor Freude fast explodiert und hat sie überschwänglich, mit vor Rührung Tränen in den Augen,  fast zerquetscht.

Elias spricht fast kein Englisch und so ist die Unterhaltung auch wegen unserer Defizite der griechischen Sprache nicht ganz einfach. Dennoch erfahren wir, daß sein sehr guter offener Weißwein aus Bio Anbau von eigenen Weinfeldern kommt. Die möchte er uns unbedingt zeigen. Also rein in seinen alten Lada und ab in die Pampa. Wir fahren so etwas 15 km die Landstraße entlang, bis er anhält, den Allrad einlegt, und in ein ausgetrocknetes Flußbett abbiegt. 


Nach einiger Zeit gehts wieder ans Tageslicht und wir stehen vor seinen Weingärten. Stolz erzählt er uns, daß er nur regionale Sorten wie Mapfro Daphne und Robola anbaut. Es sieht alles zwar ganz anders aus als unsere Weinberge zuhause aber es hat was so mitten im Nirgendwo.



Zwischenzeitlich haben wir WhatsApp Kontakt mit Marlene und Robert. 

Letztes Jahr im Juli haben wir die Beiden als letzte hier in Preveza verabschiedet. Ihr Ziel: Ein Jahr Auszeit und mit ihrer Sunbeam 42.1 durchs Mittelmeer, nach Madeira, zu den Kanaren und Kapverdischen Inseln und dann über den Atlantik in die Karibik. Sie haben ihren Traum verwirklicht und sind nun auf dem Rückweg via Azoren, Gibraltar,Balearen,Sardinien,Sizilien direkt auf Heimatkurs Preveza.

Wir wollen die Beiden natürlich gebührend empfangen und so machen wir uns auf den Weg nach Preveza, legen uns an die Stadtmole und flaggen unsere Saphira über Topp für einen gebührenden Empfang.




Pünktlich am Freitagnachmittag läuft „Romoco“ ein und es gibt ein herzliches Willkommen das wir mit ein paar Gläsern Champagner begießen.

Wir wollen den Beiden aber nicht vorgreifen, vielleicht gibt es ja mal einen ausführlichen Reisebericht auf ihrer Romoco Homepage. Die Romococrew genießt auf jeden Fall unseren vollen Respekt ob dieser Leistung.


Wir verbringen noch ein paar Tage gemeinsam bevor Marlene und Robert nach Hause in die Schweiz fliegen und wir uns noch etwas nach Süden aufmachen.